Tour de Mer Noire

Wir wussten nicht recht was das Geräusch aus demWald war. Irgendwie wurde es immer etwas lauter, kleinere Äste brachen, es musste etwas grosses sein. Sehen konnten wir nichts, der Wald war sehr dicht, erlaubte keine Blicke in sein Inneres. Glücklicherweise war es bereits hell, so hatten wir weniger Angst um unser Hab und Gut. Das Zelt war bereits wieder verpackt und die Velos halbwegs gesattelt, die Geräusche liessen uns jedoch innehalten in unserem Aufbrechen.
Zwei Hund kamen aus dem Wald geschossen, rannten auf uns zu bellten kurz und schnupperten überall. Kurz darauf sahen wir einen alten Esel vor einem Holzwagen durch das Dickicht brechen, angetrieben von einem alten Herren mit grauem Haar und faltiger Haut. Er sah uns, kam freudig auf uns zu, ein reicher Wortfluss in bulgarisch voraus schickend. Wir begrüssten ihn, schüttelten die Hände, versuchten unser weniges russisch, um zu verstehen was er uns sagen wollte. Wir verstanden soviel, das er junge Äste schnitt für seine Kühe oder Rösser zu Hause. Irgendwas von Vodka sprach er auch, wir verstanden es halbwegs wie eine Einladung, liessen ihn dann aber in Ruhe seine Äste schneiden.

So sah ein typischer Morgen auf unserer Velotour aus, immer unerwartetes doch herzlich und freundlich, wo immer man auf Menschen vom Land traf.



Ruedi Flück 2019 — Bern, Switzerland